Don´t come to the World Cup 2014

Don´t come to the World Cup 2014.

Die Massenproteste in Brasilien reißen nicht ab.

Mittlerweile sind es sechs Tage an denen vor allem junge Menschen hier in Sao Paulo auf die Straße gehen. Auslöser war die Fahrpreiserhöhung für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Öffentlichen werden hauptsächlich von Studenten und der „ärmeren“ arbeitenden Bevölkerung benutzt. Und genau diese trifft es wieder einmal am härtesten. Auch wenn der Beförderungspreis nur um 30 centavos (ca. 10 Cent oder 20 Pfennig) angehoben wird, erscheint das auf den ersten Eindruck nicht besonders viel.

In Deutschland würde niemand auf die Straße gehen, weil er 10 Cent mehr zahlen muß.

Aber in Brasilien gibt es einen Mindestlohn, der jährlich gesteigert wird. Aktuell sind es 678 Reais, ca. 233 Euro

Die Rechnung hatte ich schon einmal in einem vorherigen Artikel beschrieben.

Die Fahrpreiserhöhung war nur der Auslöser. Doch unter der aufgewühlten Oberfläche der Bevölkerung schlummerte ein anders Belangen.

Die Korruption in Brasilien.

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Don´t come to the World Cup 2014.

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Massenproteste in brasilianischen Großstädten gegen Korruption und WM 2014

Massenproteste in brasilianischen Großstädten gegen Korruption und WM 2014.

Die Fahrpreiserhöhung der öffentlichen Verkehrsmittel (Busse) führe letzte Woche in Sao Paulo an mehreren Tagen zu Massenprotesten, an welchen sich hauptsächlich Studenten beteiligt hatten.
Donnerstag wurden in Sao Paulo 80 verletzte Demonstranten, 10 Journalisten und 12 Polizisten in Krankenhäuser eingeliefert. Die Polizei ging äußerst brutal gegen die Demonstranten vor, aber auch gegen Journalisten, obwohl diese meist leicht als Journalisten zu erkennen sind. Gummigeschosse, Tränengas und Schlagstöcke auf der einen Seite, Molotow-Cocktails und Steine auf der anderen.
Freitag Abend richteten sich die Demonstrationen (in Sao Paulo wurden ca. 6000 Demonstranten am frühen Abend gemeldet) nun nicht mehr nur gegen die Fahrpreiserhöhung, sondern auch gegen die Korruption rund um die Fußball WM 2014 und die Austragung derselbigen.

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Massenproteste in brasilianischen Großstädten gegen Korruption und WM 2014.

Deutsche Panzer rollen wieder – diesmal nach Brasilien

Deutsche Panzer rollen wieder – diesmal nach Brasilien.

Unter großer Medienbeteiligung kamen letzte Woche acht gebrauchte Flugabwehr-Panzer Gepard Typ 1A2 in Rio de Janeiro an.

Grund: Fußballspiele

Während man in Deutschland kaum darüber nachgedacht hat, wie die Fußball-WM 2006 gegen Anschläge gesichert wurde und es der Normalsterbliche in den Medien nicht präsentiert bekam, geht man hier in Brasilien ganz anders damit um. Hier wird nicht verschwiegen, dass die WM 2014 ein weiches Anschlagsziel für Terroristen ist. Unter großen Medienaufwand wurde fast schon Live im Fernseh der Schwertransport – abgesichert von Polizei und Militär, Polizeimotorräder als erstes (fast wie ein Staatsbesuch) – vom Anlandhafen über die Stadtautobahn nach Rio de Janeiro verlegt. Die Gepards auf Schwerlastzügen, aus einem Polizeihubschrauber medienwirksam in Szene gesetzt.

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Deutsche Panzer rollen wieder – diesmal nach Brasilien.

Inflation in Brasilien

Alles wird teuerer in Brasilien. Die Inflationsrate schnellt derzeit gewaltig nach oben.

Aktuell liegt sie bei 6,59 Prozent. Vergleich USA 1,98% und Deutschland 1,55 %

Einige Historische Zahlen.

Brasilien
November 2008 6,41 %
November 2009 4,17 %
November 2010 5,20 %
November 2011 6,97 %
November 2012 5,45 %

Deutschland
November 2008 1,34 %
November 2009 0,41 %
November 2010 1,52 %
November 2011 2,30 %
November 2012 1,95 %

Highlight in Brasilien war in dem 4 Jahreszeitraum der Oktober 2011 mit 7,31 %

Brasilien

Die Inflationsrate in Brasilien wird von der IBGE berichtet.

Historisch gesehen, von 1980 bis 2013 lag die Infaltionsrate im Durchschnitt bei 409,69 Prozent. Ein Allzeithoch von 6.821,31 Prozent im April 1990 und ein Rekordtief von 1,65 Prozent im Dezember 1998.

In Brasilien sind die wichtigsten Komponenten des Verbraucherpreisindex: Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak (31 Prozent des Gesamtgewichts), Verkehr (15 Prozent), Immobilien (12 Prozent), Gesundheit (11 Prozent), Bekleidung (9 Prozent), Kommunikation (5 Prozent) und Bildung (4 Prozent).

Der nationale Index wird als gewichteter Durchschnitt der regionalen Indizes berechnet. Den größten Anteil an der nationalen Index sind: Sao Paulo (32 Prozent des Gesamtgewichts), Rio de Janeiro (12,5 Prozent), Belo Horizonte (11 Prozent), Porto Alegre (8,4 Prozent) und Curitiba (7,8 Prozent).

Deutschland

Das Statistische Bundesamt meldet die Inflationsrate für Deutschland.

Historisch gesehen, von 1950 bis 2013, gemittelt liegt die Inflationsrate in Deutschland bei 2,50 Prozent. Allzeithoch von 11,40 Prozent im November 1951 und ein Rekordtief von -7,63 Prozent im Februar 1950.

In Deutschland sind die wichtigsten Kategorien in dem Verbraucherpreisindex Wohnung, Wasser, Elektrizität, Gas und andere Brennstoffe (31 Prozent des Gesamtgewichts), Verkehr (13 Prozent), Freizeit (12 Prozent) und Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (10 Prozent). Der Index enthält auch verschiedene Waren und Dienstleistungen (7 Prozent), Bekleidung und Schuhe (5 Prozent) und Gesundheit (4 Prozent). Die restlichen 8 Prozent des Index wird aus Möbel und Hausrat, Kommunikation und Unterkunft und Verpflegung zusammengesetzt.

Ohne weiteres können also die beiden Warenkörbe nicht verglichen werden, den es handelt sich um eine unterschiedliche Gewichtung der Kategorien.

Z.B. Gesundheit: Brasilien 11 Prozent, während die Gesundheit in Deutschland nur mt 4 % zu Buche schlägt.

Jedoch haben diese Warenkörbe immer ein Problem.

Das kann man eigentlich immer an der eigenen Geldbörse feststellen.
Die Preise für Autos und Weißware (Kühlschrank, Gasherd) in Brasilien sind stark gefallen. Die Regierung hat die Mehrwertsteuer auf diese Produkte gesenkt.
Damit einerseits die brasiliansiche Wirtschaft angekurbelt wird und gerade bei Kühlschränken und Gasherden die alten energiefressenden entsorgt werden, bzw. das sich die ärmeren Bevölkerungsschichten einen leisten können.

Die Preise für Nahrungsmittel sind in die Höhe geschnellt.

Zeitraum Juli 2012 bis Februar 2013 Steigerung bei

Huhn: 20 %
Schwein: 15 %
Brötchen: 11 %
Reis: 29 %
(Zahlen leicht nach oben gerundet) Gemeldet in den Fernsehnachrichten in der 1. Aprilwoche 2013

Deswegen ist die Inflationsrate nicht immer aussagekräftig, denn man kauft sich ja nicht mehrmals im Monat einen neuen Kühlschrank, isst aber des öfteren Reis.

Die Preise für eine Reise in die Erdumlaufbahn sind in den letzten Jahren stabil geblieben. Eigentlich sollte man das in den nationalen Warenkörbe  berücksichtigen. Dann könnte man die Inflationsrate auf fast Null senken. Gute Idee, oder? Soviel zu Statistiken und Preisindizes und Warenkörben.

Die Preise für eine Reise in die Erdumlaufbahn sind in den letzten Jahren stabil geblieben. Eigentlich sollte man das in den nationalen Warenkörbe berücksichtigen. Dann könnte man die Inflationsrate auf fast Null senken. Gute Idee, oder? Soviel zu Statistiken und Preisindizes und Warenkörben.


Gefühlt und real sind aber manche Produkte wesentlich teuer geworden. Gerade Gemüse und Früchte verzeichnen derzeit eine Preisexplosion.

Januar 2013 bis April 2013
Tomaten 300 %
Paprika 25 %
Zwiebeln 33 %
Kartoffeln 66 %

Natürlich sind die Preise von Früchten und Gemüse von der Jahreszeit abhängig. Dies ist dabei zu berücksichtigen. Die Qualität der Ware hat teilweise stark nachgelassen. Hier im Nordosten kostet das Kilo Tomaten 4 R$ in Rio de Janeiro werden bis zu 12 R$ veranschlagt.

Brasilien und seine Waffen

Brasilien und seine Waffen.

Ein amerikanisch/französisches Paar wurde in Rio de Janeiro letzte Woche ausgeraubt und die Frau wurde vergewaltigt. Der Fall ging durch die internationale Presse. Handfeuerwaffen waren nicht im Spiel. Es reicht ja auch eine Eisenstange aus. Die drei Täter wurden bereits festgenommen.

Das gestern ein Kleinbus mit 10 deutschen Touristen auf dem Weg zur Christus Statue angehalten wurde, von zwei Autos mit fünf bewaffneten Verbrechern abgedrängt, ging schon wieder weniger durch die internationale Presse. Es fand auch keine Vergewaltigung statt, sondern das Eigentum wie Handy, Kameras, Kreditkarten und Geld wechselte nur den Besitzer. Verletzt wurde niemand.

Die Wahlen in Brasilien verliefen ruhig

Das brasilianische Wahlvolk, das am vergangenen Sonntag in tausenden von Städten zur Wahlunre gebeten wurde (oder gezwungen, denn bei Nichterscheinen gibt es eine Geldstrafe), verliefen ruhig. Von Ausschreitungen wurde nicht berichtet. Zumindets nicht in den hiesigen Medien.Die üblichen kriminellen Delikte wie Exekutionen von feindlichen Drogendealer, Vergewaltigungen, Raub, Mord hielten sich eigentlich in Grenzen. Da ist es kurz vor, während und kurz nachem dem brasilianischen Karneval schon viel schlimmer.

Der Bürgermeister von Rio de Janeiro ist der alte: Eduardo Paes. Und er hat die Wahl im ersten Wahlgang gewonnen. Mit einfacher Mehrheit. In vielen Städten wird es eine Stichwahl zwischen den beiden meitgewählten Kontrahenten geben.

Das Militär wurde also nicht eingesetzt. Vielleicht diente es nur als Einschüchterung.

Wo sich der brasilianische Flugzeugträger befindet, kann ich ihnen leider immer noch nicht sagen.

Der Bürgermeister von Rio de Janeiro wird gewählt – 5000 Soldaten sollen die Wahl sichern

Heute, Samstag, den 6.Oktober 2012 sind bereits 3500 Soldaten im Einsatz gewesen. Von 08.00 Bis 18.00 Uhr um die Abschlußkundgebungen der Parteien und Kandidaten zu sichern.
Rio de Janeiro hat an die 12 Millionen Einwohner, wie viele es genau sind, weiß eigentlich niemand hier, den so etwas wie eine Volkszählung wurde diese Jahr nicht durchgeführt. Natürlich ist Rio für viele Brasilianer ein Anziehungspunkt. Hier liegen die Häuser der Superreichen neben den Armenvierteln, den sogenannten Favelas. Und hier begeben sich die Menschen hin, um etwas vom Kuchen ab zu bekommen.

Die Kriminalitätsrate dieser Stadt sucht ihresgleichen – weltweit.

Und nicht nur die Polizisten der Policia Civil und Policia Militar werden morgen im Einsatz sein. Eine Koordinationszentrale aus Polizei, Feuerwehr und Militär wurde in Rio ins Leben gerufen, um die Wahl des Bürgermeisters und der Stadtabgeordneten zu sichern.

Wenn es brenzlig wird und die Polizei es nicht mehr schafft, selbst nicht die Eliteeinheiten der Polizei, dann wird auf das Militär zurückgegriffen. Dies kann durch die Verhängung des Ausnahmezustandes erfolgen. So passiert bei den bürgerkriegsähnlichen Zuständen bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität in Rio oder als die Polizei (Civil und Militar) kurz vor Beginn des Karnevals in Salvador de Bahia gestreikt hat. Gepanzerte Fahrzeuge werden am Wahltag auch sicherlich mit von der Partie sein.Kampfpanzer? Wer weiß es schon heute? Wo sich der brasilianische Flugzeugträger morgen aufhält, kann ich ihnen leider auch nicht mitteilen.

Die Wahl des Bürgermeisters ist also ein Ausnahmezustand. Seltsam. Bei uns gehen die Bürgermeisterwahlen doch sehr ruhig von statten. Aber noch haben wir ja keine Zustände wie in Brasilien, dass z.B. Kinder ihren Körper für 2 Kilo Fleisch an das nächstbeste Dreckschwein verkaufen.
Also hier ist es einfach etwas anders. Nicht nur in Rio wird der Bürgermeister morgen gewählt, sondern auch in tausend anderen Städten und Gemeinden des Landes. Und nicht überall wird auf das Militär zugegriffen, auch wenn es in manchen Orten sinnvoll wäre.

Und im Wahlkampf kamen wieder die üblichen kriminellen Aktivitäten auf. Bestechung, Stimmenkauf und unliebsame Gegner erschießt man halt einfach gleich. Geht ja auch schneller als mit ihnen zu diskutieren.

Hier herrscht Wahlpflicht. Wer nicht zur Wahl geht, der muss ca. 6 Reis (ca. 2,20 Teuro) bezahlen oder bekommt weitergehende Probleme. Aber für viele ist der Gang zur Urne teilweise auch nicht finanzierbar. Man müßte eventuell mehrere Busse nehmen, um zum Wahllokal zu kommen. Tja und wenn man zum Beispiel für Rio auf den Verkehr zurückkommt und daran denkt, dass ca. 8 bis 9 Millionen Wahlberechtigte in Rio dann unterwegs sind, dann Gute Nacht.

Ich freue mich schon auf die morgigen Bilder am Wahlsnntag im brasilianischen Fernsehen und erst am Montag, wenn man dann wieder zum Frühstück präsentiert bekommt, wer wen am Wochenende massakriert hat.

Und denken sie in diesem Zusammenhang auch an die Fußball-WM 2014 und die olympischen Spiele 2016 in Rio. Vielleicht könnte man die Bürgermeisterwahl in Rio 2016 mit der Olympiade zusammenlegen. Das spart Kosten für den Militäreinsatz.

Beinahe hätte ich es vergessen. Weiter 40000 Soldaten stehen in Bereitschaft. Nein nicht für Rio allein, sondern für ganz Brasilien. Oder doch allein für Rio. Ach mein Portugiesisch ist immer noch nicht perfekt.

In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten eine ruhigen und gesegneten Wahlsonntag.

Ich werde dann berichten, was so aufregendes vorgefallen ist.