Endlich Glückskekse für jeden. 120 % der fast 82 Millionen Deutschen sind glücklich mit der Demokratie

Falls Sie einen geringen Sozialstatus haben – das hat nichts mit Ihrem Kontostand zu tun – und einer bildungsfernen Schicht angehören, brauchen Sie gar nicht mehr weiterlesen, denn Sie sind einer der wenigen Deutschen (0,001 Prozent), welche mit der derzeitigen Demokratie nicht zufrieden sind.

Und wieder einmal überraschen Studien der Bertelsmann Stiftung und dem Institut für Demagogie ähhh Demoskopie Allensbach 82 Millionen Deutsche.

Leider hat die Volkszählung 2011 ergeben, dass es in Deutschland keine 82 Millionen Deutsche gibt, sondern nur 80,3 Millionen. Eineinhalb Millionen – ausgeschrieben 1.500.000,03 – Deutsche sind einfach mal so im Nirvana verschwunden. Und leider hat sich die Bundesregierung nicht dazu durchringen können, zur Polizei zu gehen und eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Wahrscheinlich weiß keiner, wer eigentlich vermisst wird.

1,5 Millionen Menschen einfach mal so verschwundern. Puff, in Rauch aufgelöst. Wahrscheinlich sind sie in das Paralelluniversum ausgewandert.

Ernsthaft: Was dies eigentlich bedeutet, wird in den meisten Zeitungen gar nicht so richtig kommentiert. Denn nun sind ja alle – alle!!!! – statistischen Vorhersagen und Berechnungen für den Mülleimer, denn sie sind schlicht und ergreifend falsch.

Doch zurück zu den Glückskeksen und der deutschen Demokratie. Immer weniger Deutsche gehen zu Wahl und immer mehr junge, wahlberechtigte Deutsche sind darunter. Sofort wird dann mal wieder ein „repräsentative“ Umfrage erstellt, die sofort das Problem aufdeckt. Es sind die bildungsfernen Schichten und die verarmten Menschen.

Gnus und Zebras gehören ebenfalls bildungsfernen Schichten an. Ob sie einen niederen Sozialstatus haben, ist unbekannt. Foto:  	Joachim Huber from Switzerland

Gnus und Zebras gehören ebenfalls bildungsfernen Schichten an. Ob sie einen niederen Sozialstatus haben, ist unbekannt. Foto: Joachim Huber from Switzerland

Natürlich will keiner den bildungsfernen Schicht angehören. Das wäre ja eine Schande. Und einen niedrigen Sozialstatus will man auch nicht haben. Also, alle die nicht habilitiert und keinen Nobelpreis erhalten haben, gehören einer bildungsfernen Schicht an. Das lege ich jetzt einfach mal so fest. Das ganze ist ja wie immer eine Definitionsfrage. Ebenso wie der Sozialstatus.

Da fragt man sich, wie man die ganzen Experten, ABC-Prominenten und sonstige Helden, die durch das Fernsehen flimmern und die Medien springen, klassifizieren sollte. Das die meisten bildungsfern sind und bleiben, kann man eigentlich sofort unterschreiben. Beim Sozialstatus wird es kritisch. Es kommt auf die Definition an und die resultiert aus der Sichtweise des Betrachters. Wenn sich der Sozialstatus nur auf den finanziellen Hintergrund bezieht, sind wir eh schon am Ende des Tellerrandes angekommen und können den Laden dicht machen. Denn ein „armer“ ehrlich Mensch ist mir lieber als ein gieriger, betrügerischer Mensch im Nadelstreifenanzug.

Also gehen Sie zur Wahl, egal welcher, kann auch eine Miss Vollkommenweggetreten oder Wahl des Unwortes des Jahres sein. Hauptsache Sie wählen. Dann werden Sie nämlich nicht als bildungsfern und mit niederen Sozialstatus klassifiziert.

Sie können auch an der nächsten Frittenbude bereits eine Wahl treffen. Pommes Rot oder Weiß oder beides. Kommt eh alles in den selben Magen.

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Die schleichende Verelendung der Demokratie

Irgendwann mag man einfach nicht mehr. Man geht Arbeiten und am Monatsende bleibt fast nichts übrig. Im Fernsehen bekommt man täglich Sendungen vorgesetzt, in denen Menschen gezeigt werden, denen es so gut geht. Ja so könnte es bei Dir auch aussehen, wenn Du nur willst. Aber noch mehr Sendungen befassen sich zumindest bei den Privatsendern mit sozialen Härtefällen. Hier freut man sich dann, dass es noch Menschen gibt, denen es privat noch schlechter geht als einen selber. Die Intention neben der perversen Unterhaltung der Massen ist,  den Massen vor Augen zu führen, wohin die Reise gehen kann. Nämlich in die Armut. Also mach brav mit in dem System, geh arbeiten, verdiene und konsumiere. Work, Earn, Buy! (Huxley). Sonst sehen wir Dich demnächst auf einem der privaten Fernsehsender.

Die Medien widersprechen sich immer öfter. Man muss keine Paranoia haben, um festzustellen, dass sich zumindest in Auszügen das orwelsche Gedankenkonstrukt sich in der heutigen Realität wiederfindet. Sofern sich die Informationen ihren Weg in die Öffentlichkeit bahnen. Es wird im Internet gefiltert und Meinungen so gut es geht unterdrückt. Denn nichts ist für ein System gefährlicher, als wenn sich die Individuen und ihre differenzierten Meinungen öffentlich austauschen. Egal in welchen Land sie sich gerade aufhalten. Überall findet mittlerweile eine Überwachung des Internets statt. Und je fundamentalistischer, radikaler, diktatorischer der Staat dieser Länder ist, um so mehr wird desinformiert und Meinungen unterdrückt. Festungshaft, nein heute nennt man das ja anders, Gefängnis glaube ich.

Und sind sie einer anderen Meinungen, veröffentlichen sie diese zu allem Unglück auch noch und ihre Äußerung erfüllt „leider“ nicht einen Straftatbestand der bestehenden Gesetze des Landes, auch lassen sich keine „Blutrichter“ finden, die die Gesetze so auslegen, wie es die politische Kaste gerade in den Kram passt, ja dann werden sie halt im privaten Bereich geächtet, dass sie finanziell am Abgrund stehen. Früher hat man die „Hexen und Hexer“ gleich verbrannt, heute ist das nicht mehr so einfach möglich. Heute kann man ja subtilere Mittel einsetzen.

Auch Demokratien können sich ändern. Wankt das Fundament, dann herrscht in den oberen Etagen die blanke Angst. Es kommt ja immer darauf an, wie viel man zu verlieren hat.
Wer sagt eigentlich, dass sich Demokratien nicht zu anderen politische Systeme hin entwickeln können? Warum sollten sich Demokratien nur zum positiven entwickeln? Gibt es eine grundlegende Evolution der Demokratie, die dies zu allen Zeiten festgeschrieben hat? Eine gerade Linie, welche nur nach oben zeigt? Und diese Veränderungen finden schleichend statt, deswegen finden sie nicht immer die Aufmerksamkeit, welche sie eigentlich bedürfen. Der Zusammenbruch eines ganzes System, wie des ehemaligen Ostblocks findet in den Medien ein weites Spektrum an Artikeln, Nachrichten und Reportagen.

Und wir wissen ja alle, dass Namen nur Schall und Rauch sind. DDR – Deutsche Demokratische Republik. Wie demokratisch war denn diese Republik. Eine einzige demokratische Lüge. Nichts weiter. Mit Todesstreifen und Terrorgefängnissen. Einem aufgeblähten Staatsschutz und ein Teil seiner Mitarbeiter wurde von der Bundesrepublik übernommen. Eine klare Trennungslinie wurde nicht gezogen. Nur Lippenbekenntnisse. Damit die Mehrheit ruhig gestellt wurde. Warum plötzlich Gauck Bundespräsident wurde. Und wie dieses medial ausgeschlachtet wurde. Denn mit Herrn Wulf hat man auf die falsche Person gesetzt. Als Herr Gauck seinen Anruf bekam, ob er für das bundespräsidiale Amt zu verfügen stehen würde, saß er gerade im Taxi. Und diesen Taxifahrer hatte man dann gleich zu Jauch eingeladen. Und es wurde dann ganz großartig und propagandistisch im Fernsehen breitgetreten. Ein ganz normaler Taxifahrer wie Du und ich hat den zukünftigen und mittlerweile jetzigen Bundespräsidenten befördert. Ist das zu fassen. Das hat mich drei schlaflose Nächte gekostet, weil ich mir den Kopf dauernd gegen die Wand geschlagen habe. Sehr zum Ärger der Nachbarn. Ich wollte es einfach nicht glauben. Hat das eine Demokratie nötig? Vielleicht irgendwelche Sternchen aus der dritten Reihe. Und warum gerade Gauck? Gibt oder gab es keine anderen geeigneten Kandidaten? Spekulieren Sie nur ruhig etwas weiter.

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Gib mir 20 Reais und meine Stimme gehört dir – Brasilianische Wahlen der Bürgermeister

Bestechung ist leider in Brasilien an der Tagesordnung. Korruption gibt es auf allen Ebenen. Je höher die gesellschaftliche Stellung der Person, je umfangreicher der Auftrag, der Vertrag ist, umso höher die Summen, welche bar über den Tisch wandern.

20 brasilianische Reais sind ungefähr 8 Euro. Und dafür erhalten die Kandidaten die Stimme der bestochenen Person. Ein Kleinflugzeug wurde abgefangen. Mit mehreren Millionen Reais in Papierscheinen. Verwendungszweck: Bestechungsgelder für Wählerstimmen.

Selbst Senatoren und Gouverneure sind durch Bestechung straffällig geworden. Die Antikorruptionseinheiten in Brasilien tun ihr möglichstes. Die Justiz sieht dies auch nicht mehr als Kavaliersdelikt an. Und wie sieht es bezüglich den „demokratischen“ Wahlen aus.

20 Reais und ich vergesse die Demokratie. Warum ist dies so. Hierzu fallen mir einige Gründe ein.

Jede Person mit brasilianischer Staatsbürgerschaft über 18 Jahre ist wahlberechtigt und auch wahlpfkichtig, sofern sie voll geschäftsfähig ist.

Aber ein Teil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Für 20 Reais bekommen sie eine fünfköpfige Familie satt. Und bei sparsamen Einsatz des Geldes mit wenig Fleisch/Fisch sogar für drei Tage oder länger. Da sind 20 Reais viel Geld. Für ein Ehepaar 40 Reais und fast die ganze Woche ist gerettet.
Natürlich werden die Stimmen nicht bei den Reichen und Gutverdienern gekauft. Jeder Millionär würde nur darüber lächeln. Und die Parteien geben ja nicht 1000 R$ für eine Stimme aus. Dafür bekommen sie 50 in den Armenvierteln.

Und jede Stimme hat ja das gleiche Gewicht in einer Demokratie.

Es liegt also teilweise an der Armut.

Ein weiterer Grund ist das unterschiedliche Unrechtsbewußtsein bzw. die damit verbundene Frustration über das bestehende System und die eigene Lebenssituation. Zwar wurden die Mindestlöhne in den letzten vier Jahren um über 30 Prozent erhöht, dies zog jedoch in manchen Bereichen eine Verteuerung der Produkte/Dienstleistungen von über einhundert Prozent nach sich.
Die allgemeine Inflationsrate soll bei 5,2 Prozent liegen. Wer glaubt wird selig und kommt doch nicht in den Himmel. Selbst manche Grundnahrungsmittel sind um 20 bis 30 Prozent teurer geworden, je nachdem in welcher Gegend sie in Brasilien leben. Manche Produkte sind in Brasilien teuer als in Europa, den USA oder Asien. Obwohl die Grundprodukte eigentlich günstiger sind. Als Beispiel sei ein amerikanisches Hamburgerrestaurant genannt. Das einfach Menü kostet 20 Prozent mehr als in Deutschland und die Qualität ist eine Katastrophe. Einmal und nie wieder.

500 Jahre katholische Kirche haben dieses Unrechtsbewußtsein auch nicht in den Griff bekommen. Diese 40 Reais sind einfach verdientes Geld, und wer seine Kinder nicht satt bekommt, denkt darüber nicht viel nach. Verständlicherweise! Und in der breiten Bevölkerungsschicht, hört man die schlimmsten Beschimpfungen der Politiker. Viele stellen sich auch die Frage, warum der ehemalige Präsident Lula so oft in die Schweiz geflogen ist? Aber etwas Konkretes gibt es hierzu nicht. Natürlich sieht die Bevölkerung auch, dass nicht nur ehrbare, moralisch gefestigte Menschen an den Schalthebeln des politischen Systems sitzen. „Wenn die da oben betrügen, dann betrügen wir halt auch.“ Ein korrupter Politiker zieht das ganze System nach unten.

Als Politiker gewählt zu werden, zieht natürlich auch finanzielle Optionen nach sich. Betrachtet man sich die Nebeneinkünfte der Politiker in Deutschland, dann fragt man sich, warum diese Abgeordneten überhaupt Diäten und Pensionen erhalten. Und die aktuelle Diskussion über die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Politikern ist eigentlich schon längst überfällig. Nach dem Grundsatz: Wenn ich nichts zu verstecken und ein reines Gewissen habe, dann kann ich doch die Einkünfte offenlegen. Das sich natürlich viele deutsche Politiker darüber zieren, ist ja auch verständlich. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Auffassungen. Nehmen sie Brasilien unter Lupe, dann multiplizieren sich die „Nebeneinkünfte“ um ein Vielfaches. Natürlich nicht bei allen. Es gibt ja auch genügend anständige Politiker.

Dies zeigt das Dilemma des demokratischen Systems in 2. oder 3. Welt-Ländern an. Wie demokratisch ist die Demokratie dort. Das Verständnis über Demokratie hat anscheinend auch etwas mit dem sozialen Umfeld des Landes zu tun.

Deswegen sehe ich die jubelnden Politiker, die zu Bürgermeistern gewählt wurden, doch sehr kritisch. Ich kann nicht sagen, ob sie demokratisch gewählt worden sind oder ob sie durch Bestechung, Manipulation der Wahl oder Einschüchterung in ihr Amt gehievt wurden. Traurigerweise bleibt ein schaler Beigeschmack.