Zitat der Woche – Cicero


Me status hic rei publicae non delectat.

Der gegenwärtige Zustand des Staates behagt mir nicht.

Cicero, Ad familiares 1. 7,10

Hermes überbrachte die Botschaften des Göttervaters Zeus. Heute sind es die Medien, welche oftmals in ihren tendenziösen Texten weit entfernt von der Wahrheit sind. Foto: ruhestoerer100

Hermes überbrachte die Botschaften des Göttervaters Zeus. Heute sind es die Medien, welche oftmals in ihren tendenziösen Texten weit entfernt von der Wahrheit sind. Foto: ruhestoerer100

Und wieder ein Beispiel dafür, dass sich die Geschichte immer wieder wiederholt.

Zitat der Woche – Cicero


Discum audire quam philosophum malunt.

Man hört lieber den Diskus zu als den Philosphen.

Cicero, De oratore 2, 21

Marcus Tullius Cicero 106 v. Chr. - 43 v. Chr.

Marcus Tullius Cicero
106 v. Chr. – 43 v. Chr.

Mit Diskus ist das Sportgerät gemeint, welches man beim Diskuswerfen verwendet. Eine Sportdisziplin, die man seit den antiken olympischen Spielen verwendet.

Nun stellen Sie sich einmal vor, ein Philosoph (kann natürlich auch eine Philosophin sein) würde ebenfalls im Maracana Stadium in Rio de Janeiro auftreten – hier passen 96000 Zuschauer/Zuhörer rein. Das, was er zu sagen hätte, wäre so wichtig, dass sich die Welt in den nächsten vier Jahren verändern würde. Stellen Sie sich das einmal vor.

Da stellen sich dann mir folgende Fragen:

1.Würde man im Vorfeld ebenfalls so einen aufwendigen Marketingfeldzug betreiben? Würden in sämtlichen Printmedien, Rundfunk- und Fernsehsendern Anzeigen geschaltet und monatelang darüber berichtet.
2.Würde es Fälle der Korruption wie bei der FIFA geben?
3.Würden sich Sponsoren aus der Wirtschaft und Industrie finden?
4.Müsste die Veranstaltung ebenfalls durch Polizei, Flakpanzer und Abfangjäger gesichert werden?
5.Würden die Sportbekleidungshersteller oder sonstige Markenbekleidungsunternehmen den Philosophen einkleiden und ihn Millionen dafür zahlen?
6.Würde der Philosoph Millionen an monatlicher Gage erhalten und zusätzlich mit Luxusartikeln überhäuft werden?
7.Würden Millionen von Frauen das Kreischen anfangen, wenn sie ihn am Flughafen oder Hotel erwarten?
8.Hätte er eine attraktive, aber oftmals einfältige Frau oder Freundin, um die sich die Medien ebenfalls reißen würden?
9.Würden tausende von Menschen rund um die Welt fliegen, um ihn live zu sehen und zu hören. Und wenn ja, welche würden das sein, denn Zuhören kann diesbezüglich sehr anstrengend sein. Man benötigt ja zumindest ein gewisse Grundschulung, um einen Monolog folgen zu können. Stellen Sie sich bitte die Bilder im Fernsehen vor, wenn die halbe Riege der Präsidenten wegdöst oder mit dem Handy spielt, weil sie den Ausführung geistig nicht folgen können oder wollen.
10.Würden tausende von Prostituierten um die halbe Welt düsen, damit die Zuhörer auch nach dem Vortrag unterhalten werden.
11.Würden Millionen von Menschen vor dem Bildschirm hängen und bei dem Vortrag mit fiebern? Ja in wahre Begeisterungsstürme verfallen?
12.Usw. usf.

Die Antwort auf die Fragen dürfte wohl mit NEIN beantwortet werden.
Bei dem zwölften Punkt bin ich mir nicht so sicher.