Meine Lieblingsanglizismen – Heute: It Girl

Übersetzung: Wichtiges Mädchen
Freie Übersetung: Es(s?) Froilein

Wie sollte es anders sein. Ohne Medien würde es wahrscheinlich keine „IT Girls geben. It Girls zeichnen sich durch Sexappeal und Medienpräsenz aus. Über Sexappeal kann man scherlich streiten. Tote Fische haben für manche sicherlich auch einen gewissen Sexappeal. Den Medienterror kann man leider nicht hinwegdiskutieren.

Ach und jung müssen die It Girls sein. Manchmal ziemlich jung. Es sind ja GIRRRLLLLSSS. Gibt es auch It Women? Betrachtet man sich die degeneriete Modeinsturie mit ihren teilweise minderjährigen Mädchen, die meist so abgemagert sind, dass man denken könnte, dass man diese armen Dinger mehrere Monate eingesperrt hat und nur drei Scheiben Brot als Tagesration zur Ernährung gab, bietet sich nur eine Lösung an: Ab ins Krankenhaus und Zwangsernährung.

Fashion-Industrie. Auch bei diesem Begriff stellen sich mir die Nackenhaare auf. Mode die kein vernunftbegabter Mensch auf der Straße tragen würde, nicht einmal zum Karneval. Eine Industrie und ihr Paralelluniversum, die ihren Bezug zur Realität nur in Modemagzinen findet.

Doch zurück zu den It Girls. Wie wird man eigentlich It Girl und wer trifft die Auswahl diesbezüglich? Man wird es, weil irgenjemand, der sich selbst als wichtig erachtet, jemand anders aus irgendwelchen Drogen-/Tagträumen heraus, gefallen an einer jungen Frau findet. Über sexuelle Phantasien mag ich mich nicht auslassen. Und schwupp, wird jemand so mir nichts dir nichts ein IT Girl, welches dann durch Marketingknechte in den Medien vermarket wird. Und wenn dann alle von dem It Girl genug haben, dann wird ES entsorgt und verschwindet wieder in der namenlosen Masse. Wenn das It Girl Glück hat, dann hat sich etwas auf seinem Konto angesammelt, wenn nicht, dann findet ES vielleicht Zuflucht in Alkohol und Drogen. Das It Girl wird dann zum NOT ANYMORE IT GIRL.

Sexappeal, also die sexuelle Ausstrahlung kommt natürlich in Hochglanzmagazinen ganz anders herüber, als in der Realität. Manche Menschen sind photogen, andere nicht. Seltsamerweise haben selbst unphotogene Menschen eine teilweise unglaublich erotische Austrahlung. Und seltsamer Weise verblasst der Sexappeal mancher Sternchen, wenn man sie in der Realität kennenlernt. Über den ungeschminkt Zustand von IT Girls will ich mich schon gleich gar nicht äußern.

Es ist also eine Welt, die sich gedanklich selbst erschaffen hat, fast ausschließlich um sich selber kreist, wie es so üblich ist bei Egozentrikern und davon recht gut lebt. Das man die Fotografie noch zu den schönen Künsten rechnen kann – Bildbearbeitungsprogramme lassen grüßen – macht die Sache nicht einfacher. Und wenn dieses IT Girl fünf Minuten seiner Zeit dann noch für irgendein karitatives Projekt. am besten mit Kindern, Tieren, armen oder vom Schicksal getroffenen Menschen, opfert, dann traut sich fast niemand mehr etwas gegen das IT Girl zu sagen.

Kein It Girl. Ihr Kopf war nicht nur zum Haare kämmen da.   Gedanken über die neuste Handtaschenkollektion (MAST HÄÄÄF) irgendeines unwichtigen Designers hat  sie sich wahrscheinlich nicht gemacht. Dafür wurde sie nicht in Klatschpresse vermarktet. Als Strafe - da kein It Girl - hat sie  1903 einen völlig unwichtigen Nobelpreis für Physik erhalten. Marie Curie.

Kein It Girl. Ihr Kopf war nicht nur zum Haare kämmen da. Gedanken über die neuste Handtaschenkollektion (MAST HÄÄÄF) irgendeines unwichtigen Designers hat sie sich wahrscheinlich nicht gemacht. Dafür wurde sie nicht in Klatschpresse vermarktet. Als Strafe – da kein It Girl – hat sie 1903 einen völlig unwichtigen Nobelpreis für Physik erhalten. Marie Curie.

Und vielle jungen Mädchen und Frauen sehen voll Neid auf den Fernsehschirm oder das Hochglanzmagazin und denken sich im stillen, dass sich doch auch gerne so wären. Rauschende Feste in tollen „Locations“, – wie in den tollen Werbungen, denn ganzen Tag nichts sinnvolles Tun – wie in den Fernsehserien – und sich nur den Kopf zerbrechen, welchen Fetzen man am Abend anzieht in Kombination mit „MAST HÄÄFF“ Handtaschen. Ähnlich dem aufregenden Leben von einigen Fußballspielern, dessen Welt sich nur um Videospiele, Modells (wöchentlich auswechselbar) und Fußball dreht. Deswegen scheinen sich ja die oberflächlichen It Girls sich mit dem geistig minderpriviligierten Fußballstars perfekt zu ergänzen. Und wenn beide ein attraktives Äußeres haben, ja dann kann man über beide in der Klatschpresse lesen und den Sportteil der seriösen Tagespresse.

Das erste It Girl soll Clara Bow gewesen sein. Betrachtet man sich die Fotos dieser Clara Bow, dann kann man die Aufregung um dieses It Girl nicht verstehen. Ist wahrscheinlich der damaligen Zeit geschuldet. Mit 28 Jahren zog sie sich in Privatleben zurück. Tja, wer möchte das nicht. Und mit 44 wurde bei ihr Schizophrenie diagnostiziert.

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Meine Lieblingsanglizismen – Heute: Must Have

Übersetzung: Muss ich haben/besitzen
Freie Übersetzung: Haben, Haben, Haben

In manchen Frauenzeitschriften und natürlich auch auf manchen Internetseiten für Frauen findet man immer wieder diesen Begriff: Must Have (mast hääf). Mastdarm? Hääää?

Ein Begriff, der sich wieder über die Marketingknechte in den allgemeinen Sprachgebrauch der Modemagazine eingeschlichen hat. Irgendein ganz wichtiges Utensil oder Modeassessoires, zu deutsch Modeschmarrn, den die Frau unbedingt benötigt, um anscheinend überhaupt wahrgenommen zu werden.

Waschmaschinen stehen nicht auf den MAST HÄÄF-Listen der Modemagazine. Nicht weil sie meist sehr groß sind und nicht in jede MAST HÄÄF Handtasche passen, sondern weil es sie leider nicht in pink gibt.

Waschmaschinen stehen nicht auf den MAST HÄÄF-Listen der Modemagazine. Nicht weil sie meist sehr groß sind und nicht in jede MAST HÄÄF Handtasche passen, sondern weil es sie leider nicht in pink gibt.

Mast Häff Kram ist z.B. Handtaschen, Bekleidung, Ratte äh kleinformatiger „Hund“, Mobiltelefonanhänger, Schuhe, Schals, Mützen, Halsketten etc. Also alles wichtige Dinge, ohne die die Frau von Gestern äh Heute garnicht auskommt.

Must HÄFF: Eierhandgranate. Passt in jede Handtasche. Farbtöne können variieren. Kann man auch ans Handy hängen oder das Handy an die Granate. Sehr sinnvolles Modeassessior für den Opernbesuch.

Must HÄFF: Eierhandgranate. Passt in jede Handtasche. Farbtöne können variieren. Kann man auch ans Handy hängen oder das Handy an die Granate. Sehr sinnvolles Modeassessior für den Opernbesuch.

Das Geschrei um Must Have Produkte erinnert in gewisser Weise an das Geplärre vorpupertärer Kinder an der Kasse im Supermarkt.

„Mama, ich will noch die pinken Suba-duba Kaugummis. Haben, Haben, Haben!“

Glücklicherweise fangen die jungen Frauen nicht das Kreischen an, wenn sie ein Must Have Ding käuflich erwerben. Das Kreischen ist nur für Schauspieler, Boygroups und Fußballspielern vorbehalten.

Diejenigen, welche diese MAST HÄÄF Produkte im Internet oder den Frauenzeitschriften ausführlich beschreiben und hochlebenlassen, als erhielte man dadurch die Glückseligkeit schlechthin, bekommen diese Produkte dann auch meist im Zehnerpack von den Produzenten geschenkt nachgeworfen. Bitte stellen Sie sich jetzt bildlich das Nachwerfen von von MAST HÄFF Handgranaten vor.

Must Have Produkte führen zu IT GIRLS. Nein, nicht die Damen aus der IT-Branche rund um den Computer, sondern wichtige Vertreterinnen der Konsum- und Medienbranche.

IT GIRL, damit werde ich mich dann nächste Woche beschäftigen.

Meine Lieblingsanglizismen – Heute: Public Viewing

Public Viewing
Übersetzung: Öffentliches Fernsehen
Sinngemäß: Gemeinsame Verblödung

Eine Erfindung Anfang des 20. Jahrhunderts gegen die Unsitte des Public Viewing. Hier sollten vor allem junge Menschen vor der Verblödung durch die Medien geschützt werden. Leider hat sich diese Erfindung nicht durchsetzen können. Foto: LIFE copyright bei Time Inc.

Eine Erfindung Anfang des 20. Jahrhunderts gegen die Unsitte des Public Viewing. Hier sollten vor allem junge Menschen vor der Verblödung durch die Medien geschützt werden. Leider hat sich diese Erfindung nicht durchsetzen können. Foto: LIFE copyright bei Time Inc.

Irgendwie sind mir Massenveranstaltungen unter freiem Himmel meist sehr suspekt: Volksfeste, Rockfestivals, Stadtmarathon, Volksverhetzungen (äh politische Kundgebungen), Demonstrationen oder Weltkriege.

Alle haben eine gewisse Grundtendenz inne. Das WIR Gefühl soll gesteigert werden. Wir sind so toll, Wir können am meisten trinken, Wir haben recht, Wir spielen besser Fußball, Wir sind einfach gemeinsam stärker.
Das mag sicherlich mit Einschränkungen seine Berechtigung haben und mag noch aus einer Zeit herrühren, als man nur in einer Gemeinschaft gegen die überlegene Natur überleben konnte, heute scheint dieses Phänomen aber eher den negativen Einflüssen ausgeliefert zu sein. Demagogie und finanzielle Ausbeutung.
Es ist schon etwas tolles, gemeinsam auf eine Leinwand zu starren, um dort 22 angeblich erwachsene Männer zu beobachten, die ca. 90 Minuten hinter EINEM Ball herhecheln, um diesen in ein Tor zu treten. Die Folge ist dann auf diesem Public Viewing Platz ein unbeschreiblicher Jubel, wenn es die eigenen 11 „Helden“ geschafft haben und betretenes Schweigen, wenn die vermeintlich „bösen“ Gegner erfolgreich waren. Widlfremde Menschen liegen sich in den Armen, um endlich die eigenen Viren und Bakterien dem Gegenüber besser zu übertragen. Jeder und jede füllt eine gewisse Unbesiegbarkeit und Überlegenheit. Kein Problem mehr mit der nächsten Klausur, dem überzogenen Girokonto, der globalen Erwärmung, dem Waldsterben, dem Untergang des Abendlandes. Alle Probleme sind weit weg und nichtig.

Die wenigstens Menschen können sich durch den Gewinn einer Goldmedaille bei irgendwelchen Sportwettbewerben etwas kaufen. Auch nicht bei irgendwelchen Gewinnen von an sich materialtechnisch wertlosen Fußballpokalen. Beim Public Viewing darf man dazu gehören. Wir-Gefühl steigern. Aber in Wahrheit gehört man halt einfach nicht dazu, zum Kreis der Erlauchten, die sich an solchen Veranstaltungen eine goldene Nase verdienen. Man gehört nur diesbzüglich dazu, dass man irgendeinen Kitsch kauft oder solche Veranstaltungen durch die Teilnahme in einem Stadium finanziert.

Und außerdem kann man ja die Massen besser unter freien Himmel kontrollieren. Einfacher als in Gebäuden.

Nach dem Public Viewing werden die Massen sich wieder auflösen, um in ihre Singlehaushalte zurückzufluten, um schließlich festzustellen, dass das WIR-Gefühl in den eigenen vier Wänden ziemlich schnell verfliegt.

Meine Lieblingsanglizismen – Heute: Gated Community

Gated Community – Ein Anglizismus und schon vielleicht deshalb verwerflich.

Übersetzung: Bewachte Wohnanlage. Abgesicherte Wohnanlage.

Die freie Übersetzung: Gefängnis, Hochsicherheitstrakt, mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten.

Die Wohlhabenden schotten sich ab von der normalen, durchschnittlichen Bevölkerung. Ein Trend, der nicht so neu ist. Wahrscheinlich eine jahrtausendalte Tradition hat. Seit es menschliche Behausungen gibt bzw. Siedlungen, versuchte der Mensch sich vor verschiendenen Dingen zu schützen. Selbst die Höhlen der menschlichen Vorfahren könnte man vielleicht schon darunter einordnen.

Prähistorische Gated Community. Natürlich belassen. Der Makler zeigt gerade einem Obermotz, welcher seinen Reichtum durch Plünderungen verdient hatte, die Vorzüge einer Wohneinheit gelegen in Galeinreuth, Bayern. Der Kaufpreis pro Qaudratmeter lag damals bei 300 NukNuks. Zum Vergleich: Ein Huhn kostete damals 2 NukNuks, ein Rindvieh ca. 80 NukNuks. Wie unschwer auf der Zeichnung zu erkennen ist, werden noch die Sanitäranlagen fertiggestellt. rechts sieht man noch die Gästewohnung für Gruftis.

Prähistorische Gated Community. Natürlich belassen. Der Makler zeigt gerade einem Obermotz, welcher seinen Reichtum durch Plünderungen verdient hatte, die Vorzüge einer Wohneinheit gelegen in Galeinreuth, Bayern. Der Kaufpreis pro Qaudratmeter lag damals bei 300 NukNuks. Zum Vergleich: Ein Huhn kostete damals 2 NukNuks, ein Rindvieh ca. 80 NukNuks. Wie unschwer auf der Zeichnung zu erkennen ist, werden noch die Sanitäranlagen fertiggestellt. rechts sieht man noch die Gästewohnung für Gruftis.

Man suchte Schutz vor Naturgewalten, Tieren, Wind und Wetter, vielleicht auch vor rivalisierenden Gruppen. Auf dünnbesiedelten Gebieten und so kann man die gesamte Welt vor einigen tausenden Jahren bezeichnen, gab es keine anderen Gründe.

Im Laufe der Jahrtausende bzw. Jahrhunderte vollzog sich dann die Wende dahingehend – auch wenn noch die alten Gefahren bestanden – die eigenen materiellen Werte zu schützen. Siedlungen wurden befestigt, Burgen errichtet und schließlich Stadtmauern hochgezogen. Städte und Burgen boten Schutz. Den eigenen Bewohnern und den vorgelagerten Häusern. Freiliegende Siedlungen oder Gehöfte waren ohne Schutz und auf sich selber gestellt.

Burg Nagoya: Japanische Gated Community vor vierhundert Jahren errichtet. Klasse Foto von Base64 (wikipedia).

Burg Nagoya: Japanische Gated Community vor vierhundert Jahren errichtet. Klasse Foto von Base64 (wikipedia).

Das es Gated Communities nicht nur in Europa oder Nordamerika gab, beweist das obige Foto. Die Gebäude überlebten meist die Eigentümer, aber nicht immer, wie untenstehendes Foto einer Burgruine zeigt.

Ruine der Unterburg Manderscheid. Sowas passiert, wenn man seinen minderjährigen Nachwuchs mal ein Wochenende allein zu Hause läßt, um ein Wellnesswochenende bei Raubüberfallen, Trinkgelagen und Massenvergewaltigungen verbringt. Siehe auch Raubritter. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Die meisten Raubritter oder andere Vertreter des blaublütigen Adels waren nicht durch ihre Nächstenliebe bekannt. Foto: M. Budde

Ruine der Unterburg Manderscheid. Sowas passiert, wenn man seinen minderjährigen Nachwuchs mal ein Wochenende allein zu Hause läßt, um ein Wellnesswochenende bei Raubüberfallen, Trinkgelagen und Massenvergewaltigungen verbringt. Siehe auch Raubritter. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Die meisten Raubritter oder andere Vertreter des blaublütigen Adels waren nicht durch ihre Nächstenliebe bekannt. Foto: M. Budde

Andere Gated Communities versuchen die Außenwelt vor der Insassen zu schützen. Siehe auch Gefängnis.

Im Hintergrund sieht man die bekannte Gated Community mit Namen Alcatraz bei San Fransisco. Natürliche Hindernisse schreckten die Insassen ab zu flüchten. Heute kehrt man das ganze um. Und nennt es Dubai. Aber dazu gleich.

Im Hintergrund sieht man die bekannte Gated Community mit Namen Alcatraz bei San Fransisco. Natürliche Hindernisse schreckten die Insassen ab zu flüchten. Heute kehrt man das ganze um. Und nennt es Dubai. Aber dazu gleich.

Interessant ist aber auch, dass die Insassen der verschiedenen Gated Communities schnell von der einen in die andere wechseln können. Und wieder zurück. Nicht alle Reichen haben eine reine Weste, falls sie überhaupt eine Weste tragen, jedenfalls keine Arbeitsweste.

Natürliche Hindernisse, wie Wasser oder Sand (einige hundert Kilometer reichen da schon), schützen dann die Gated Communities der Reichen vor dem Pöbel, mit dem man nur begrenzt zu tun haben will, nämlich als Arbeitssklave oder Kuh zum Melken. Vielleicht noch als Lustobjekt, um sich sexuell abzureagieren.

Jeder kennt die Ritterfilme mit dem Wassergraben vor der Burg. Ähnlich ziehen sich die Besserverdienenden auf Inseln und Halbinseln zurück, um ihr Eigentum und ihr Leben besser zu schützen. Elektrische Zäune, Sicherheitspersonal, Wachhunde, Überwachungskameras.

Selbstschussanlagen und Minenfelder sind bei Privatleuten nicht erlaubt und liegen eher in staatlicher Hand (siehe DDR). In der DDR mußten ja nicht die Bürger vor dem bösen Westen geschützt werden, der sie vielleicht ausrauben würde, sondern sie sollten ja am Weglaufen gehindert werden, also kann man logisch daraus schließen, dass die DDR ein Gefängnis war und Bautzen war das Gefängnis im Gefängnis.

Doch zurück zu den natürlichen Hindernissen. So gibt es in Rio de Janeiro eine Insel, hochbewacht, an der sich die Multimilionäre auf ihren Privatstränden vergnügen können. Zutritt für Durschnittsbürger nur mit persönlicher Einladung oder halt gar nicht. Gibts auch in Florida etc.

Diese Idee der schwer zugänglichen Gated Communities mit natürlichen Hindernissen wurde dann schließlich in einer groß angelegten Marketingstrategie in den Vereinigten Arabischen Emiraten umgesetzt. Das Emirat Dubai, dass eigentlich bis vor einigen Jahrzehnten alles andere als wichtig war, höchstens als kleiner Handelshafen, hat es durch riesigen Medienaufwand geschafft, sich als Gated Community zu profilieren. Ein Rekord jagt den Nächsten (Hochhäuser, Megaprojekte, Pferderennen, Einkaufszentren, etc.). Umgeben von Wüste und Meer, ist diese Gated Community weiträumig abgesichert. Die Bewohner werden per eigener Fluggesellschaft herangekarrt, damit sie ihr wo anders hart erarbeites Geld dort in Luxusartikel umsetzen können. Ja das 5 Plus X Sterne Hotel ist über Monate im voraus ausgebucht. Zig Einkaufszentren fordern zum Geldrauswerfen auf.

Irgendwie erinnert das an den Turmbau zu Babel oder an den Tanz um das Goldene Kalb.

Aber dazu in einem späteren Artikel.

Dubai aus der Luft. Perfekt für eine Gated Community. Meer und Sand. Was will man mehr. Foto: Nasa

Dubai aus der Luft. Perfekt für eine Gated Community. Meer und Sand. Was will man mehr. Foto: Nasa

Und das eine Gated Community in diesem Fall die Burg Böckelheim schnell zu einer anderen Gated Community (Gefängnis) werden kann zeigt der Fall des Kaisers Heinrichs IV. Heinrich IV. wurde von seinem eigenem Sohn, dem späteren Kaiser Heinrich V. zu Weihnachten 1105 auf dieser Burg festgesetzt. Frohe Weihnachten und ein gelungenes Weihnachtsfest.

Kaiser Heinrich V. besucht seinen Vater Heinrich IV. in einer ziemlich kleinen Gated Community. Nichtmal stehend konnte der Vater seinen Sohn empfangen. Die Gefängniszelle war anscheinend ziemlich klein, da Heinrich IV. nur knieend aus dem vergitterten Fenster sehen konnte. Oder war es eine Fehlkonstruktion der Burg, die eigentlich für Zwerge erbaut wurde. Zu allem Unglück zeichnete sich bei Heinrich IV. auch noch der Verlust des Haupthaares an. Die Geschichte hat Heinrich IV. nichts geschenkt. Gang nach Canossa und dann auch noch Haarausfall.

Kaiser Heinrich V. besucht seinen Vater Heinrich IV. in einer ziemlich kleinen Gated Community. Nichtmal stehend konnte der Vater seinen Sohn empfangen. Die Gefängniszelle war anscheinend ziemlich klein, da Heinrich IV. nur knieend aus dem vergitterten Fenster sehen konnte. Oder war es eine Fehlkonstruktion der Burg, die eigentlich für Zwerge erbaut wurde. Zu allem Unglück zeichnete sich bei Heinrich IV. auch noch der Verlust des Haupthaares an. Die Geschichte hat Heinrich IV. nichts geschenkt. Gang nach Canossa und dann auch noch Haarausfall.

Meine Lieblingsanglizismen – Heute SHITSTORM

Shitstorm – zu Deutsch Scheißsturm (oder wird es Scheisssturm oder Scheissturm geschrieben)

Kurz zur Definition Anglizismus:
Als Anglizismus bezeichnet man den Einfluss der englischen Sprache auf andere Sprachen.
Um das ganze nicht noch komplizierter zu machen als es ist, heißt es für mich einfach, dass man englische Worte in die deutsche Sprache übernimmt.

Eine ausführliche Definition von Anglizismus findet man hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anglizismus

Es geht also darum, dass mittlerweile tausende von englischen/amerikanischen Begriffen in die deutsche Sprache ohne große Nachdenken einverleibt werden. So als wenn man sich hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz gar keine Gedanken zur eigenen Sprache macht. Diese Dominanz der angloamerikanischen Sprache ist kein Riegel mehr vorgeschoben. Das es seit Jahrhunderten immer einen Austausch zwischen einzelnen Sprachen gegeben hat, hat sicher auch sein Gutes gehabt. Ich bin kein Germanist, leider. Dann würden sich wahrscheinlich meine Rechtschreib- und Grammatikfehler in grenzen halten.
Ich will auch nicht das völlige Verschwinden von Fremdwörtern in der deutschen Sprache fördern, aber vielleicht würden deutsche Begriffe den Sinn der Anglizismen eher verdeutlichen, um was es sich dabei handelt. Und dann würde vielleicht der eine oder andere erschrocken oder verduzt über sein eben geschriebenes Wort nachdenken.

Heute also der Shitstorm. Frei übersetzt als Scheißsturm. Scheißsturm klingt ziemlich Scheiße äh vulgär. Hier würde sicherlich mancher von diesem Begriff Abstand nehmen.

Nein, kein Scheißsturm, sondern ein Sandsturm in China. Vielleicht sogar ein Scheiß chinesischer Sandsturm.

Nein, kein Scheißsturm, sondern ein Sandsturm in China. Vielleicht sogar ein Scheiß chinesischer Sandsturm.

Also der Scheißsturm ist eine „chaotisch, ungute Situation“ und findet sich wieder im „Flamewar“ (wieder so ein Anglizismus, den man als Flammenkrieg übersetzen könnte und vom Begriff her eher in einen Fantasieroman passt), dieser Flamenkrieg wird in den sozialen Netzwerken ausgetragen. Wie sozial diese Netzwerke sind, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht so sozial wie die SPD oder CSU?

Der Sturm auf dem See Genezareth. 1633. Von Rembrandt. Selbst Jesus mußte sich bereits mit Stürmen herumärgern. Eine Auseinandersetzung mit heutigen sozialen Netzwerken blieben ihm glücklicherweise erspart. Rembrandt konnte wenigstens noch malen und zeichnen, im Gegensatz zu manchen heutigen Künstlern, welchen man gerne den Flamewars und Shitstorms ausliefern möchte.

Der Sturm auf dem See Genezareth. 1633. Von Rembrandt. Selbst Jesus mußte sich bereits mit Stürmen herumärgern. Eine Auseinandersetzung mit heutigen sozialen Netzwerken blieben ihn glücklicherweise erspart. Rembrandt konnte wenigstens noch malen und zeichnen, im Gegensatz zu manchen heutigen Künstlern, welchen man gerne den Flamewars und Shitstorms ausliefern möchte.

Letztendlich geht es in diesen Shitstorms äh Scheißstürmen nur darum, dass man sich im Internet gegenseitig beschimpft und die Meinung des anderen Scheiße findet. Beobachten sie einmal die meisten Internetforen, die ja meist schnell vom Thema abweichen und dann schließlich oftmals in gegenseitigen Beschimpfungen enden.

So sozial scheinen manche Internetnutzer nicht zu sein. Deswegen sind diese sozialen oder meist auch asozialen Netzwerke kritisch zu betrachten.

Im realem Leben würden sich jedenfalls die meisten Menschen anders verhalten. Hoffentlich.