Volksverdummung tagein tagaus.

Wann hört endlich diese Volksverdummung auf. Betrachtet man sich die Medien, egal ob Rundfunk, Fernsehen oder den Printbereich, so drängt sich einem förmlich die Frage auf, ob diejenigen, welche die Reportagen, Artikel und Bilder veröffentlichen, auch glauben, was sie da sagen oder zeigen. Ausnahmen gibt es natürlich und bestätigen nur die derzeitige Regel

Egal welche Statistik man betrachtet, die sich gerade mit den Arbeitslosenzahlen oder dem gefühlten Wohlbefinden der Bürger beschäftigt, alle erscheinen wie aus einem Paralleluniversum stammend. Heute geht es der Wirtschaft gut, in zwei Wochen entlässt sie tausende Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen. Das es ein natürliches auf und ab gibt, nicht nur eine aufsteigende Linie, sondern Wellenformen, genauso wie in den meisten privaten Leben der Menschen, mag verständlich sein. Doch diese Wellenbewegungen werden in immer kürzeren Abständen verändert. Es scheint schon keine Wellenbewegung mehr zu sein, sondern eher krampfartige Anfälle innerhalb des Systems. Nervöse Zuckungen in der beginnenden Agonie.

Der Bildungsstand der meisten in Europa lebenden Menschen dürfte heutzutage noch nie in der gesamten Geschichte so hoch gewesen sein. Und je nach Bildungsstand geht man mit den täglich auf einen einprasselnden Informationen kritisch ins Gericht. Selbst die sogenannten „bildungsfernen“ Schichten sind heute weitaus kritischer als vor hundert Jahren. Ein Aussage, die sicherlich auch einigen Widerspruch verdient.

Doch gerade wegen dieser kritischen Auseinandersetzung mit den Medien, löst sich eine Protestwelle nur erst aus, wenn es an die eigenen finanziellen Belange geht. Geht es einem gut und hat man viel zu arbeiten, erhält man keine Zeit, um über das Bestehende nachzudenken. Die Kritik an dem System, egal ob es eine Demokratie, eine Diktatur oder Oligarchie ist, wird verdrängt. Die Oligarchie und die Diktatur erschweren aufgrund der systemimmanenten Repressalien dem kritischen Umgang mit dem eigenen System. In einer Demokratie mag es für viele einfacher sein, sofern sie nur wollen.

Doch gerade die derzeitige Propagandamaschinerie erscheint es dem mündigen Bürger zu erschweren, sich ein eigenes Bild der Zustände zu verschaffen. Und das ist natürlich von den Herrschenden gewollt. Diese Damen und Herren sind mittlerweile so weit vom Durchschnittsbürger entfernt, dass der Kontakt nur noch über die Propagandamaschine funktioniert. Sicherlich nimmt die Legislative die Schwingung schon wahr, dass es brodelt. Deswegen werden immer neue Gesetze erlassen, die die Bewegungsfreiheit des Einzelnen immer weiter einschränken. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass man ganz oben Angst hat. Die Exekutive muss die Legislative schützen und nicht nur in einigen wenigen europäischen Staaten. Die Schrei mancher Politiker nach Beschneidung von Grundrechten wird hinter vorgehaltener Hand immer lauter. Natürlich sagt man es dem Bürger nicht ins Gesicht. Das wäre zu offensichtlich und würde sicherlich ungewollte und vor allem unschöne Reaktionen hervorrufen.

Ohne Internet würde der Austausch von Meinungen der Staatsbürger extrem erschwert. Und auch hier kommt man schnell wieder mit neuen Abgaben in die Tür gefallen. GEZ-Gebühren für alle internetfähigen Rechner. Ja nicht viel Geld. Keine Ahnung, wie viel es genau ist. Es ist nur wieder ein kleiner Stich für jeden, aber der ein oder andere merkt ihn schon. Man sieht ja gerade in totalitären Regime wie China, dass hunderttausende von Zensoren daran arbeiten, die Meinungsfreiheit seiner Staatsangehörigen einzuschränken. Aber selbst die tausende, die dies versuchen, schaffen es nicht den Austausch über das Internet vollständig in systemkonforme Bahnen zu lenken. In Dubai und anderen arabischen Staaten ist selbst das Blackberrysystem nicht funktionsfähig, weil in diesen Staaten die staatliche Kontrolle nicht aus der Hand gegeben werden soll. Und genau dahin scheinen wir uns hinzubewegen. Nicht mit Überschallgeschwindigkeit, aber immerhin im Schneckentempo.

Die staatliche Überwachung nimmt immer weiter zu. Eine Meldung vor einigen Monaten lies aufhorchen, das der Verfassungsschutz an die 37 Millionen Emails überwachte, um staatsfeindliche und oder kriminelle Elemente dingfest zu machen. 213 verwertbare Hinweise wurden gefunden. Also schreiben sie bloss nichts in ihren Emails über Sex – Bomben, Umsturz innerhalb ihres Hamsterkäfiges oder sonstiger Schlagwörter, nach denen gesucht wird. Leider gibt es vom Verfassungsschutz keine Liste, nach welchen Schlagworten genau gesucht wird.
Aber wir wollen ja die Arbeit dieser Herren nicht erschweren. Fraglich ist und bleibt natürlich, wen sie genau schützen. Leider habe ich keine Kontakt zu den ehemaligen Stasimitarbeitern, die im heutigen Staatsschutz arbeiten. Aber so ist das.
Machen sie sich Gedanken über diese Situation.

Wahrscheinlich habe ich bereits schon ein Spyprogramm auf meinem Computer, da ich nicht nur auf die öffentlich-rechtlichen Sender zugreife, und mir auch anderweitige Meinungen im Internet durchlese.

Das, was mich ärgert, ist die Bevormundung. Ich denke selbständig und kritisch. Hierzu brauche ich niemanden, der mir vorschreibt, was ich lesen darf und was ich denken soll. 1984 ist hoffentlich nur ein gut geschriebener Roman. Dieses Gängeln fördert eher eine Trotzreaktion als Verständnis für diese Notwendigkeit. Jugendgefährdende Schriften und Bilder sind auch ein beliebtes Thema. Betrachte ich mir den Zustand der Welt, ihre Kriege, ihre Gewalt, so erscheinen mir pornografische Werke als ein verschwindendes Übel zu sein. Aber wie es ja den jungen us-amerikanischen Soldaten im Vietnamkrieg ging, dass sie mit achtzehn Jahren für ihr Land sterben durften, aber erst mit 21 Jahren ein Bier trinken, erscheint doch als sehr zynisch. Wenn ich ein sehr bösartiger Zyniker wäre, dann würde ich schreiben, dass den gefallenen Soldaten wenigstens das lange Dahinsiechen an einer Leberzirrhose erspart geblieben ist. Dies will ich aber nicht, denn ich will nicht das Ansehen dieser Soldaten beschmutzen. Das liegt mir fern. Es soll nur den staatlichen Irrsinn aufzeigen, mit dem wir uns tagtäglich auseinandersetzen müssen.

Ich trete für Meinungsfreiheit und auch Gedankenfreiheit ein. Man sollte über alles nachdenken und diskutieren dürfen, auch wenn sich diese Gedanken nicht in konforme Schemen pressen lassen. Sollten sie krankhaft sein oder auch kriminell, so werden sie von den meisten Mitmenschen als solche erkannt und dementsprechend behandelt. Dafür brauche ich keinen Aufpasser, der mir die Worte in den Mund legt.

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